Gemeinde Dohma, Landkreis Sächsische Schweiz Osterzgebirge, Freistaat Sachsen, nähe Dresden und Pirna
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Geschichtliches zur Gemeinde Dohma und deren Ortsteile

Ort Dohma

Dohma zieht sich als Reihendorf mit alter Waldhufeneinteilung am mittleren Quellast des Dohmaer Wassers entlang. Das Tal liegt weitgehend im Bereich des Labiatus-Pläners. altes Foto: Blick auf die ehemalige Eisenbahnlinie nach Großcotta

Wenig westlich verläuft der Stufenabfall der Cottaer Ebenheit, der an Labiatus-Sandstein gebunden ist und sich über die Zehistaer Wände bei Bergießhübel, die Fichtenwände bei Hellendorf bis zu den Tyssaer Wänden verfolgen läßt.

Vom Rand der Stufe bei Dohma ist das Gebiet des Elbtalschiefers in westlicher Richtung gut zu überblicken. altes Foto: das ehemalige Glaswerk in der "unteren Siedlung" Die Flur, deren Untergrund überall von kreidezeitlichen Ablagerungen gebildet wird, reicht im Osten bis an die Landstraße von Pirna-Zehista nach Bergießhübel und im Westen bis zur Bahre und schließt somit die Häuser des Ortsteiles Bahretal ein.

Die erste Urkunde über das Dorf nennt 1315 Domyn, woraus SCHWARZ auf die Ableitung von einem slawischen Personennamen Domin schließt, später schreibt man Dame (1400) und Dohme (1492).

Die Siedlung gehörte verwaltungsmäßig zur Burgschaft, später zur kurfürstlichen Pflege Dohna und schließlich zum Amt Pirna.

Die Grundherren des Dorfes wechselten im 14. und 15. Jahthundert sehr oft, Meiche (1927) führt zahlreiche mit Namen an. altes Foto: Grundstück Weinhold (ehemalige Bäckerei) mit Bahnviadukt 1492 gelangte es an den Eigentümer des Rittergutes Zehista. Mit diesem Besitz blieben die meisten der Ansässigen bis ins 19. Jahrhundert verbunden, nur 2 Anwesen unterstanden direkt dem Amt Pirna.

Zu den Abfindungen, die Johann Siegmund v. Liebenau auf Zehista 1652 vom Landesherrn erhielt, gehörten auch 5 Güter, die, wohl in Auswirkung des dreißigjährigen Krieges, "seit 1634 öde und wüste gelegen". Auf diese Weise entstand seine Schäferei, das spätere Vorwerk.

Das bauliche Bild des Ortes wird in seinen Altbauten durch eine starke Verwendung des Sandsteins bestimmt. altes Foto: Sommerfest in Dohma Fachwerk tritt uns nur noch im Obergeschoß von Nr.14 entgegen. Im übrigen herrscht der Massivbau vor. Dabei wurden sandsteinerne Giebel zum Teil mit besonderen Zierden versehen und durch Gurtgesimse belebt. Sandsteintorsäulen weisen in einigen Fällen Bekrönungen auf. Die Wohnstallgebäude der größeren Höfe besitzen zum Teil beachtliche Kreuzgewölbe, die von Sandsteinsäulen getragen werden.

Nicht unwesentlich wird das heutige Ortsbild durch eine verhältnismäßig starke Arbeiterbevölkerung mitgeformt. Die um 1900 errichteten Mietshäuser städtischen Charakters stehen dabei im Kontrast zu der oberen Siedlung, die 1931 auf Grundstücken des ehemaligen Vorwerks errichtet wurde. altes Foto: entgleiste BR86 auf der Eisenbahnlinie nach Großcotta

Die Besitzer der dortigen Einfamiliendoppelhäuser erhielten 1945 durch die weitere Aufteilung des Vorwerks im Zuge der Bodenreform zusätzliches Land.

Eine untere Siedlung ist weitgehend im Eigenbau errichtet worden und nur mit kleinerer Gartennutzung verbunden.

Vorwerkbesitz erhielten bei der Bodenreform 1945 auch 4 Bauern. Sie bearbeiten zusammen mit den ehemals weiteren 39 Einzelbauern die Dohmaer Flur heute in zwei Produktionsgenossenschaften.

Außer einem kleinen Betrieb für Elektromotorenbau gibt es in Dohma keine Industrie. Auch die Steingewinnung ist eingestellt worden.

altes Foto: Blick auf die obere Siedlung Die Verbindung zur Kreisstadt Pirna, in der mehr als die Hälfte der berufstätigen Einwohner des Dorfes beschäftigt sind, wird durch Autobusse gewährleistet. Die ursprünglich durch den Ort führende Eisenbahnlinie dient nur noch dem Güterverkehr.

Südsüdwestlich des Ortes steht unweit des Kirchenholzes am Rande des von den Ottendorfer Fluren herankommenden Baches eine Gruppe Stieleichen unter Naturschutz, da im Astwerk dieser Bäume die Europäische Riemenblume (Loranthus europaes), auch unter dem Namen Eichenmistel bekannt, schmarotzt.
Sie unterscheidet sich von der weit verbreiteten Weißen Mistel (Viscum albun) dadurch, daß sie im Herbst ihre Blätter abwirft und daß sie gelbliche Beeren ausbildet. Dieser Bestand stellt das einzige Vorkommen des im südöstlichen Europa einheimischen Halbschmarotzers in Deutschland dar.

In einem Gebüschrain steht versteckt unter Eichenjungwuchs ein ziemlich großes Steinkreuz mit Kreuzzeichnung.

 

Quelle: Pirna und seine Umgebung, erschienen 1965

 

Für weitere Informationen zur Geschichte des Ortes Dohma können Sie gern unsere Heimatstube, liebevoll geführt von Frau Bartko, besuchen.
Öffnungszeiten: Dienstags von 15.30 - 17.30 Uhr und nach Voranmeldung.
Kontakt können Sie wie folgt aufnehmen:

    Gemeindeverwaltung Dohma, Zum Heideberg 18, 01796 Dohma
    Tel.: 03501 / 527776
    E-Mail: verwaltung(at)dohma(dot)de

Impressionen aus der Dohmaer Heimatstube:

Heimatstube Dohma: Sammlung von Krügen, Bierhumpen, ... Heimatstube Dohma: Sammlung vonGewürzmühlen, Tiegeln, ... Heimatstube Dohma: alte Zapfanlage Heimatstube Dohma: Sammlung von Nähmaschinen, Puppenmöbel, ... Heimatstube Dohma: Sammlung von Puppenhäusern, ...

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