Gemeinde Dohma, Landkreis Sächsische Schweiz Osterzgebirge, Freistaat Sachsen, nähe Dresden und Pirna
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Geschichtliches zur Gemeinde Dohma und deren Ortsteile

Ortsteil Cotta

Auf einer nach diesem Dorf benannten Ebenheit mit kreidezeitlichen Ablagerungen im Untergrund liegt zwischen den Tälern der Gottleuba und des Bahrebaches Großcotta nördlich des benachbarten Spitzberges.

alts Foto des Cottaer Spitzberges Aus der vom Jahre 1311 überlieferten Schreibweise Kottaw - 1412 dann zur Unterscheidung von dem Nachbarort Groß Kottaw - schloß SCHWARZ auf die Ableitung von dem sorb. Chotow, dem der Personenname Chot zugrunde liegt.
In der Siedlungsform des Waldhufendorfes erkenen wir allerdings Zusammenhänge mit der deutschen bäuerlichen Landnahme.

Das ursprüglich den Dohnaer Burggrafen gehörige Dorf unterstand den verschiedensten Grundherren, bis ein eigenes Rittergut spätestens vom Jahre 1442 ab nachgewiesen werden kann.
Ihm waren nicht nur die beiden Siedlungen am Spitzberg, sondern 1522 auch das Bergwerk Zwiesel und Anteile an Langenhennersdorf, Hermsdorf und Raum dienst- und zinspflichtig.

Die Rittergutherschaft betrieb neben der agrarischen Produktion wahrscheinlich verstärkt seit dem 18. Jahrhundert auch Steinbrecherei.
Da einzelne als Bruchgebiete vorgesehene Felder noch in Bauernhand waren, kaufte sie diese Besitzer aus.

alts Foto von Cotta mit seinem Spitzberg Die funktionslos gewordenen Güter dienten zur Unterbringung von Steinbrechern, aber auch von polnischen Erntearbeitern, weshalb diese Anwesen noch heute "Polenhäuser" genannt werden.
In ihnen blieb Fachwerkobergeschoßbau erhalten, während man sonst im Dorfe zum Ganzmassivbau fortschritt, der in dem großen Dreiseitenhof Nr.30 mit allen charakteristischen Zügen auch in den Details vertreten ist.

Bei der Bodenreform des Jahres 1945 wurde der Rittergutsbesitz von nahezu 450 ha unter 28 Neubauern, 10 Kleinbauern und 250 Siedlern aufgeteilt.

Das Schloß selbst, das heute der Konsumgenossenschaft als Schulungsgaststätte dient, ist 1662 entstanden. 1833 und in den folgenden Jahrzehnten wurde es mehrfach umgebaut und vergrößert und dabei mit Türmchen, Giebelvorsprüngen, Altanen, Holzgittern, Portalen, Sonnenuhr, Wappen und Inschriften versehen.
An seiner Rückseite dehnt sich eine Parkanlage mit alten Bäumen aus.
alts Foto des Cottaer Schlosses (Vorderfront) Den hier befindlichen Teichen entfließen zahlreichen Quelladern eines Nebenbaches der Gottleuba.
Unter den Wirtschaftsgebäuden des ehemaligen Rittergutskomplexes hebt sich das wuchtige einstige Brauhaus, das ehemalige alte Schloß, hervor.

Die Kirche von Cotta, aus dem Ende des 15. Jahrhunderts stammend, läßt Um- und Anbauten verschiedener Zeiten erkennen.
Ein gedrungener Turm mit gestreckter Zwiebel ragt nur wenig über die das Gebäude umgebenden Bäume hinaus, die auf dem früheren Friedhof stehen.
Der Chor zeigt innen noch spätgotische Rippengewölbe. Das Schiff mit seiner Holzdecke wurde jedoch 1830 umgebaut. Dabei konnte zwar mancher Raum- und Lichtmangel behoben werden, doch verschwanden, wie auch bei der Erneuerung von 1880, zahlreiche alte Werte.

Der feine Cottaer Sandstein wird noch heute - allerdings nur an wenigen Abbaugebieten - gewonnen. Mit seiner Hilfe konnten in Städten durch das Kriegsgeschehen beschädigte Bauwerke restauriert werden.
Auch an Bauten in der Karl-Marx-Allee in Berlin fand er Verwendung, während er zu Beginn des Jahrhunderts u.a. schon am Leipziger Hauptbahnhof verarbeitet wurde.

alts Foto des Cottaer Schlosses (Parkansicht) Die Zahl der Cottaer Werktätigen, die in den Industriewerken Pirnas und Heidenaus tätig sind, wächst ständig. Sie erreichen ihre Betriebe mit dem Stadtbusverkehr von Neundorf oder mit den Bussen der Linie Gottleuba-Pirna von der Haltestelle Heidekrug aus.
Der dortige Ortsteil begegnet uns bereits 1664 als "Uff der Heyde".

Der "Heidekrug" war früher als "Rote Schenke" ein alter Straßengasthof an der Fernstraße zwischen dem Elbtal und Böhmen. Diese Verbindung gabelte sich hier in einen Zweig über die Höhen bei Gersdorf zum Königsweg über Hartmannsbach und Breitenau und in den über Bergießhübel.

Die Lage an der Straße brachte dem Ort und seinen Bewohnern in Kriegszeiten Durchzüge von Truppen, Kriegslagern und Kämpfe. 1639 starben innerhalb von 3 Monaten 263 Personen an einer ins Dorf eingeschleppten Seuche, im Siebenjährigen Krieg lagerten in den Wintermonaten verschiedener Jahre Truppen hier.
Bei Kämpfen im August 1813 zwischen Russen und Franzosen wurden 23 Wohnhäuser zerstört, schließlich schleppten die Franzosen den gesamten Viehbestand - 101 Ochsen, 280 Kühe und 800 Schafe - mit sich fort.

Trotz des starken Anteiles der in Großcotta wohnhaften Industriearbeiterschaft bestimmt das bäuerliche Element noch das Dorfbild.

alts Foto der Gasstätte "Heidekrug", ehemals "Rote Schänke" Von den 44 alt- und 28 neubäuerlichen Betrieben schlossen sich die ersten drei am 4.1.1958 zu der LPG "Am Spitzberg" zusammen.
Sie bearbeitet heute mit 94 Mitgliedern aus Groß- und Kleincotta eine landwirtschaftliche Nutzfläche von 605 ha. Hauptanbauprodukte sind Getreide, Futterkulturen und Hackfrüchte. Die durchschnittliche Schlaggröße betrug 1962 5,85 ha bei 80 Schlägen (1961: 1,52 ha bei 307 Schlägen, 1960: 0,71 ha bei 663 Schlägen).

Auf kulturellem und sozialem Gebiet hat die Gemeinde Cotta von sich reden gemacht. Ihre Erfolge entnimmt man der seit 1959 geführten "Sozialistischen Ortschronik der guten Taten".
Darin ist auch der bekannte Komponist und Dresdner Musikwissenschaftler Prof. Thilman verzeichnet, der sich um die Gründung der ersten Dorfakademie der DDR in Cotta verdient machte.
Die Pioniergruppe der Jungen Historiker hat unter der Leitung von Lehrer Eichenberg in mühevoller Kleinarbeit 8 Bände mit den historischen Ereignissen ihres Heimatdorfes zusammengestellt. Wenn wir Ihre Sammlung studieren und die vielen Lichtbilder betrachten, erhalten wir einen Einblick in die gesellschaftliche Entwicklung und das gesellschaftliche Leben in Cotta.

 

Quelle: Pirna und seine Umgebung, erschienen 1965

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